Die Augen geöffnet und kann doch nichts sehen.
Lachende Menschen, die leise weinen.
Alle gemeinsam und doch alle allein.
( Heimweh - Isabell Schmidt )
Ich starre nach oben, an die Decke. Trotz, dass ich sie so oft anschaue, kenne ich das Holzmuster immer noch nicht in und auswendig und kann es mir auch nicht vorstellen. Mein Zimmer ist dunkel, die Jalousien heruntergelassen, alles ist schwarz, obwohl ich die Augen offen habe. Mir ist kalt, eiskalt. Meine Hände sind wie gefroren. Es tut weh, sie zu bewegen. Meine Füße sind mit von der Partie. Zwei Paar Socken. Ich versuche mir warme Gedanken zu machen, doch das einzige an das ich denken kann, ist ein einziger Klops aus schwarzer, zäher Flüssigkeit. Ich denke über den Tag nach, darüber was passiert ist. Es ist, als durchlaufe ich die 24 Stunden noch einmal. Es sind so viele Dinge auf einmal. Ich weiß nicht, wohin mit meinen Gedanken. Ich rieche das Parfüm, schmecke das Essen, sehe die Menschenmassen vor mir. Mein Kopf ist wie benebelt. Ich habe mich nicht mehr unter Kontrolle. Meine Hände ziehen meine Zudecke über meinen Kopf. Mein Hals schluckt, doch ein Klos stemmt sich dagegen. Meine Augen kneifen sich zusammen. Und schließlich fange ich an zu weinen, zu heulen. Ich schluchzte laut auf, halte mir den Mund zu, um nicht gehört zu werden. Ich heule wegen nichts .. oder eher wegen etwas Undefinierbaren. Nicht einmal ich selbst kann es beschreiben. In mir drin ist ein Krieg. Es fühlt sich an, als wäre ich total krank im Kopf und zwei Männer packen mich jeweils an einem Arm und tragen mich weg. Ich wehre mich dagegen, kratze sie, schreie, doch sie bringen mich in die Psychiatrie, schmeißen mich in mein Zimmer und schließen mich ein. So krank komme ich mir vor, dass ich so ein Drama veranstalten könnte.
Und plötzlich kommt mir der Gedanke an The Mentalist. Erstens müsst ihr wissen, ich himmle diesen Mann an. Ich weiß, er ist nur ein Schauspieler und die Serie ist frei erfunden, aber schon die Figur, die Vorstellung, dass eine Person mit ihren Gedanken so viel erreichen kann, das will doch jeder können, oder nicht? Zweitens, habe ich die neue Folge am Montag gesehen und darin war ein Moment, als er wieder mit dieser Hypnose anfing. Er sagte so etwas wie: "Und nun suchen sie nach den Dingen, die sie um ihren Schlaf bringen. Und die malen sie schwarz an. Ganz schwarz." Das klingt lächerlich, aber ich habe es probiert und es hat geklappt. Wahrscheinlich ist das alles nur nach dem Motto "Glaube versetzt Berge" geschehen, aber ich finde es trotzdem faszinierend. Und heute morgen? Ich habe durchgeschlafen, doch als ich aufgewacht bin, fühlte es sich so an, als hätte ich einen Kater. Mein Arm tut weh, wenn ich ihn hebe, meine Haare sind zerstaust. Nachdem ich geduscht habe, putze ich mir die Zähne und schminke mich ein wenig. Zuhause brauche ich nicht viel davon, aber ohne fühle ich mich noch hässlicher. Doch heute Morgen habe ich die Wimperntusche weggelassen und wisst ihr wieso? Weil ich gedacht habe, dass ich heute eh noch weinen werde und dann verschmiert alles und meine Tarnung könnte ja auffliegen. - Traurig.
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