Freitag, 21. Juni 2013

Ich drehe meine Zahnbürste in meinem Mund um, fahre langsam hin und her, als hätte mich all meine Kraft verlassen. Das Fenster steht offen und der Wind stört mich. Er zerstört meine Haare, weht sie in mein Gesicht. Ich werfe einen Blick zum Himmel, der bis jetzt noch recht klar ist. Von rechts jedoch ziehen dunkle, schon fast schwarze Wolken auf. Ich mache mich fertig, spucke den Rest meiner Zahnpasta in das Waschbecken, blicke in den Spiegel. Wieder zum Fenster. Die "dunkle Seite" hat jetzt schon über die Hälfte des Himmels eingenommen, innerhalb weniger Minuten. Der Wind wird immer stärker. Blütenblätter fliegen durch die Luft, landen auf dem Fensterbrett. Es gefällt mir wie alles in Fahrt kommt. Es braut sich auf, wie eine Welle, wie eine riesengroße Welle. Der Donner gesellt sich dazu, erzählt einen Witz. Die Blitze lachen prompt grell und schrill auf. Sie huschen über den Himmel, suchen sich einen Punkt, wo sie landen können. Mützen fliegen durch die Luft. Es ist ein großes Spektakel, doch niemand sieht zu. Alle sitzen sie in ihren Häusern, Angst vor dem Risiko. Angst vor dem wundervollen Schauspiel da draußen. Angst.

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