Samstag, 11. Mai 2013

Er legt seine Hand auf meinen Rücken. Er berührt mein linkes Schulterblatt, meinen BH. Zögerlich lege ich meine Hand auf seine Schulter, versuche seinen Arm dabei nicht mit meinem zu berühren, doch er besteht darauf. Unsere beiden freien Hände verschränken sich ineinander und sind nun nicht mehr frei. Am liebsten würde ich sofort wieder loslassen, doch auf der anderen Seite fühlt es sich nicht einmal so schlimm an, wie ich mir das vorgestellt habe. Wir fangen an zu tanzen, ich schaue ihn an, bemerke die kleinen Schweißperlen rund um seine Nase und seine Stirn. Es scheint als könnte ich mir die Schrittfolge einmal merken, als er sagt: "Entspann dich mal ein bisschen" und ich sofort wieder aus dem Takt komme. Ich versuche eine lockere und entspannter Haltung einzunehmen, doch irgendwie will mein Körper nicht so wie mein Kopf. Er starrt mich die ganze Zeit an, schneidet Grimassen, sodass ich immer wieder rauskomme und lachen muss. Später als endlich Pause ist, spricht uns unsere Lehrerin an. "Woher kennt ihr euch?", fragt sie uns, als wir uns gerade zwei Colas bestellen. Ich bemerke wie sich ihr Mund verformt und sie leise flüstert: "Geschwister?". Ich möchte ihr am liebsten gleich widersprechen, doch er erklärt es ihr schon und ehrlich gesagt bin ich auch froh, dass sie gedacht hat wie wären nur Geschwister. "Aber ihr macht es gut", lobt sie uns und lächelt freundlich.

Bei den Kindern findet man Tränen ohne Kummer, bei älteren Menschen Kummer ohne Tränen. ( Unbekannt )
- Wie wahr.

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