Sonntag, 12. Mai 2013

Die Musik dröhnt mir in die Ohren, kontrolliert meinen Herzschlag. Ich verlasse den Raum, renne an der Bar vorbei. Am liebsten würde ich ihren ganzen Vorrat an Alkohol wegtrinken, doch das erinnert mich viel zu sehr an meinen Vater, als dass ich das durchziehen könnte. Ich renne die graue Marmortreppe herunter. Meine Schuhe drücken und meine Füße tun schrecklich, wobei mir dieser Schmerz nichts wirklich ausmacht. Ich will einfach nur noch so schnell wie es geht weg von hier, will dieses Bild aus meinem Kopf bekommen. Ich hetzte zur Tür mit einer kleinen schwarzen Frau drauf. Ein Junge, der gerade aus der Tür nebenan kommt, schaut mich verwirrt an, als wäre mein billiges Make-Up verschmiert oder noch schlimmer, als hätte ich ein Sturmgewehr in den Händen und würde Amok laufen. Ich möchte ihn fragen, was er so guckt, doch bevor das passiert, bin ich schon auf der Toilette verschwunden, schmeiße meine imaginäre Waffe in die Ecke. Die vielen Spiegel kommen mir vor wie tausende, denn egal, wo ich hinschaue, da bin nur ich. Ich zwänge mich in eine der kleinen Kabinen, atme tief durch. Es will nicht aus meinem Kopf. Ich stürzte mich an der Wand ab, will weinen, doch es kommen keine Tränen. Ich bekomme nicht einmal einen Ton heraus. Alles verkrampft sich. Als ich mich wieder abgeregt habe und wieder nach oben gehe, geht das Spiel von vorne los. Ich gebe es auf zu zählen, wie oft ich geflüchtet bin. Oft genug, denke ich.

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