Samstag, 23. Februar 2013
Ich schaue in den Himmel. Eine Herde Wolken zieht vorbei und ein Volk von Vögeln fliegt über mir hinweg. Ich glaube es sind Schwalben. Auf jeden Fall sehen sie so aus. Meine nackten Füße graben sich in das saftgrüne Gras, wühlen sanft die warme Erde auf. Die unbequemen Schuhe habe ich ausgezogen. Der Wind schlägt seinen Weg um, als wollte er mir damit etwas sagen, doch ich verstehe seine Sprache nicht. Meine Haare wehen nach hinten, weg von meinem Gesicht. Eine süße Priese von Blumen dringt in meine Nase und wird dort sesshaft. Sie riechen frisch und nach Frühling. Als ich um die nächste Hecke gehe, sehe ich einen traumhaften Garten vor mir. Einen Brunnen, weitere liebevoll angelegten Blumenfelder, ein schmaler Weg aus Pflastersteinen. Weiter in der Ferne ragt ein prachtvolles Schloss in die Höhe und glitzert förmlich im Sonnenlicht. Ich laufe weiter. Im Gegensatz zu dem Gras ist der gepflasterte Weg eher kalt und trocken. Ein weißes Häschen huscht durch meine Füße und ist auch schon wieder verschwunden. Erst als es wieder aus einem Busch heraushoppelt sehe ich es wieder. Es starrt mich an, stupst mein Bein mit seiner kühlen Nase an, zupft an meinem Kleid. Erneut wuselt es um mich herum, will mir etwas zeigen. Einen Hut, der da vorne auf dem Boden liegt. Er passt nicht in das Bild und fühlt sich trotzdem irgendwie richtig dort an. Ich strecke meine Hand aus, greife nach ihm, hebe ihn sanft an. Doch bevor es dazu kommt, verläuft das ganze Bild vor meinen Augen. Das Häschen versucht mir hinterherzuspringen, doch wird ebenfalls mit dem Schloss und den Blumen in die Tiefe gerissen und zurückbleibt eine bunte, schwarze Pfütze. Was ist real? Was ist wahr? - "Es ist nicht nur ein Traum. Du bist weder Alice, noch ist das hier ein Wunderland. Es ist dein Wunderland. Das Wunderland deiner Träume", flüstert mir der zylindrische Hut in meiner Hand zu.
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