Samstag, 7. September 2013

Würde es jemand bemerken, wenn ich auf einmal weg wäre?, frage ich mich als ich die Treppe herunterschleiche und aufpassen muss, dass ich keine Stufe verfehle. Meine linke Hand klammert sich an das Geländer fest, sodass sich meine Fingerspitzen schon weißlich färben. Meine rechte Hand hingegen versucht irgendeine Festhaltemöglichkeit an der Wand zu suchen. Sie ist zwar rau, aber es ist vergeblich. Die Treppen knarren unter meinem Gewicht, wenn ich einen Fuß darauf setze. Sie sind alt und porös und jedes Mal stelle ich mir vor wie sie zusammenbrechen. Mein Kopf zählt die Anzahl der Stufen. Simpel, wenn man für eine Stufe mindestens 15 Sekunden braucht. 15 Stück. Was für ein Zufall. Ich versuche mir die Stufen zu merken, die knarren und die, die es nicht tun. Über diese sollte ich gehen, wenn ich abhauen wollen würde. Jetzt denke ich auch schon daran. Mir geht es total, wie sagt man so schön, 'beschissen'? - Beschissen, ja. Kopfschmerzen quälen mich, die anscheinend nie wieder aufhören wollen. Mein Kopf ist so schwer, ich kann ihn kaum noch oben halten. Ich stolpere über eine Stufe, halte inne. Sekunden verstreichen bis ich weitergehe. Mein Magen verträgt auch nicht viel. Schon wenn ich das Wort 'Essen' höre, wird mir kotzübel. Ich sehe dann irgendwelche Kalorienbomben vor mir, wie Burger, Sahnetorte oder sowas. Mir kommt es so vor, als hätte ich tagelang nicht geschlafen. Ja gut, ich habe letzte Nacht vielleicht 4 bzw. 5 Stunden geschlafen, aber das ist selbst für mich, Frühaufsteher, zu wenig. Und in diesem Moment, als ich die Treppen herunterlaufe oder eher heruntertrottle und zur Tür heraus gehe, überfallt mich die Einsamkeit. Ganz plötzlich, ohne mich vorzuwarnen. Niemand ist draußen, niemand erwartet mich, niemand nimmt mich an der Hand und bringt mich zum Lachen. Platzhalter, ja, denk ich mir, ja das muss es sein. Ein Platzhalter. Wie ein Besen. Schön geschmeidig in der Hand, fegt alle Sorgen weg und wenn alles sauber ist, wird er wieder in den Schrank gestellt. Gut genug um die Leere auszustopfen. Bin schon viel zu voll mit dieser Leere. Ich schleppe mich weiter. Meine Schritte unkontrolliert. Mein Atmen auch. Scheiß Laune. Tut mir leid, dass ich im Moment nicht so oft schreibe. Ich brauche viel Zeit um nachzudenken und überhaupt irgendwas zu schreiben. Es tut gut, alles hier nieder zuschreiben. Ich will nur noch weg. Niemand soll bei mir sein, niemand soll mich sehen und doch soll da jemand sein, der zu mir kommt, auch wenn ich ihn nicht sehen will. Jemand, der mich in den Arm nimmt, der mir die Tränen wegküsst, der mich alles vergessen lässt. Ich bin wohl gemacht allein zu sein, ein verzweifeltes Seufzen in meinem Kopf, denn so jemanden gibt es nicht.

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