Sonntag, 4. August 2013


Er tritt aufs Gas. Wir haben uns auf der Rückbank aneinander gequetscht. Die Dunkelheit zieht an uns vorbei. Wir lassen den Wald hinter uns, die Felder, das Nichts. In unregelmäßigen Abständen sind auch ein paar kleine Lichter dabei. Sie sehen von der Entfernung aus wie Funken, glühende Asche, die durch die Luft wirbelt als wir vorbeirasen. Wir fahren ein paar Kurven, die sich wie eine Achterbahnfahrt anfühlen, bis wir schließlich eine lange Straße einfach nur stets gerade aus fahren. Wir dringen in die Zivilisation ein. Überall sind Menschen unterwegs. Manche in Eile, manche mit schicken Kleidern, manche mit ihren Hunden. Ich kurble das Fenster herunter. Die kühle Luft strömt in mein Gesicht, durchwirbelt meine gefärbten Haaren. Vorne dreht er die Musik lauter. Der Bass lässt das Auto vibrieren. Wir singen mit. Nicht jeder Ton stimmt, dafür aber jedes Wort. Ein paar Leute gucken dumm aus ihren Autos, aber die überholen wir auch noch. Ich möchte mich aus dem Fenster lehnen, die Arme in die Luft strecken, schreien. Dieser Moment, einfach perfekt. Es fühlt sich überwältigend an. Und wir fahren weiter, immer weiter als gäbe es kein morgen. Ich frage mich, ob man sowas Freiheit nennt.

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