Sie schreit mich an. Ihr Kopf färbt sich langsam rot, sie kocht förmlich. Sie sagt mir, wie unfähig ich bin, wie dumm, wie naiv. Schweißperlen stehen auf ihrer Stirn. Sie schreit weiter. Wirft ein paar Gegenstände quer durchs Zimmer. Zum Glück sind sie aus Plastik und gehen so nicht kaputt. Ich stehe nicht in der Flugbahn, nicht im Weg, sondern ziehe mich zurück bis zur Tür. Ich will abhauen, mich in meinem Zimmer einschließen und nur noch weinen, aber ich weiß, dass wenn ich gehe, sie nur noch wütender wird. Ich stehe ganz ruhig da, lasse die Schultern hängen, beiße mir auf die Lippen. Nachher wird alles wieder wie beim Alten sein. Sie wird es vergessen, es wird nicht mehr wichtig sein. Doch im Moment schreit sie mich immer noch an, nörgelt herum. Ich stehe hilflos da, umklammere die Lehne von einem der Stühle. Ich will zurückschreien, mich mit ihr messen, aber ich bin nicht stark genug um es zu tun. Soll sie doch gleich sagen, dass ich die schlechteste Tochter auf der ganzen Welt bin.
So wie die Nacht zum Tag wird,
Ich vermisse dich so wie die Wüste den Regen braucht.
( Happening - Medina )
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