Mittwoch, 3. Juli 2013

Die Sonne prallt auf uns alle nieder, auf unsere brennende, rote Haut. Kein Schatten ist in Sicht. Meine ausgelatschten Schuhe krallen sich in die Laufbahn. Ich atme so unendlich schwer. Das Schlimmste dabei ist das Gefühl zu ersticken. Sie starren mich alle mit ihren weit geöffneten neugierigen Augen. Sie starren, als wäre ich krank oder wäre ein Alien. Ein paar versuchen mich aufzumuntern, doch ich sage nur dass sie ruhig sein sollen. Sie sollen mich nicht anlügen. Sie wollen nur sehen, wie ich versage. Meine Knie zittern, ich werde langsamer. Das Bild vor meinen Augen verschwimmt und wird dann kurz schwarz. Die Spannung in meinen Knien gibt nach, aber ich kann mich gerade noch fangen. Ich wünschte, ich wäre hingefallen, sodass sie das bekommen, worauf sie gewartet habe. Sie wollen mich scheitern sehen, damit sie etwas haben, über das sie reden können, über das sie lachen können.

 "Und wie geht's dir?"
"Naja.."
"Wieso?"
"Ich vermisse ihn."
 Das Vermissen ist eine verdammt schlimme Sache. Man versucht jeden Gedanken daran zu verdrängen, sodass es ja nicht weh tut, aber es bewirkt genau das Gegenteil. Es tut umso mehr weh und man muss die ganze Zeit daran denken. Jede Stunde, jede Minute, jede Sekunde, .. Und was kann man dagegen machen? Nichts. Genau, gar nichts. Man kann nur die schreckliche Zeit abwarten, bis man erlöst wird. Der beste Freund des Vermissens ist die Entfernung. Sie ist eine genauso schlimme Sache. Die Entfernung zerstört die Menschen. Sie macht sie krank, treibt sie in den Wahnsinn, bis sie gewonnen hat. Man fühlt sich so allein und einsam, obwohl man genau weiß, dass man es nicht ist. Und trotzdem fühlt man sich so. Es beeinflusst die Hormone, legt das Gehirn lahm und das einzige, an das man denken kann, ist die Person die man so sehr vermisst.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen