Ich stülpe mein T-Shirt über meinen Kopf, werfe es in die Ecke. Ein schneller Griff in den Schrank, ein scheuer Blick aus dem Fenster, dass ja niemand zusieht. Meine Hände falten langsam meinen Pullover auseinander. Der Pullover mit den Weihnachtsmustern, mit den Sternen, mit den Karos, den Zick-Zacks. Ich ziehe ihn an, spüre die dicken ineinander gestrickten Fäden. Ich schmunzle, es ist Mai und ich trage den wärmsten Pulli, den man in meinem Schrank finden kann. Meine Hände verschwinden zur Hälfte unter den Enden der Ärmel. Ich fahre über meine Knöchel, sehe die blauen Adern durch meine dünne, blasse Haut. Eine Hand streift meine Wange. Sie ist eiskalt und erinnert mich an ein Glas Cola mit Eiswürfeln drin. Doch ich bin weder süß, noch erfrischend. Ich sehe tot aus und jeder der meine Hand nimmt, wird mir das bestätigen.
Meine Hände greifen zum Schraubenschlüssel, drehen ihn damit sich die Schraube herausdreht. Die Klinge rutsch unten heraus, fällt in meine Hand. Meine Augen starren sie an, funkeln auf, meine Finger halten sie vorsichtig, drehen sie um. Sie sieht nicht einmal so böse und scharf aus. Meine Hand nähert sich meinem Arm, will schon darüber fahren. Doch von einem Moment auf den andere lasse ich los und sehe wie die Klinge herunterfällt. Was mache ich da? Ich stecke sie wieder rein, schraube es zu. Verstecke alles in einer Schublade, knalle sie zu, fühle mich wieder schrecklich..
Bitte.. jemand zeig mir den Weg.
Ich hab mein Kompass verloren, mich im Kreise gedreht.
Heiß & gelähmt. Hier geht alles schleppend voran.
Hoffnung ist in Stacheldraht und in Ketten gefangen.
( Herz aus Holz - Casper )
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