Montag, 1. April 2013

Manchmal, da überwältigt einen dieses Gefühl einfach. Es schleicht sich, ohne einen Mucks von sich zu geben, von hinten an, es beugt sich über einen, breitet seine Arme aus, spreizt jeden einzelnen Finger. Es ist wie ein Schauer, der einem eiskalt über den Rücken läuft und der sich so schwer vertreiben lässt. Dann dringt er in einen ein, frisst sich durch die Gewebe, durch die Knochen. Dieses Gefühl steigt einem bis in den Kopf, nimmt dort seinen Platz ein, nistet sich ein. Sobald es erstmals die Macht über einen besitzt, ist es fast unbesiegbar. Es steuert die Muskeln, die Gelenke, schaltet das Gehirn völlig aus. Jede Zelle steht unter seiner Macht. Es bringt einen dazu total die Kontrolle zu verlieren, sodass man seinen Kopf am liebsten gegen die Wand schlagen würde, doch nicht einmal das hilft. Jeder noch so kleine spitze Gegenstand wird haargenau von den Augen gescannt. Die Hände wollen nach ihm packen, diese ganze Wut, die sich in einem angesammelt hat, durch ein paar Schnitte in die Haut herauslassen, wie eine Befreiung und doch eine Art Bestrafung. Immer tiefer und tiefer, bis man sich in der Tiefe verliert. Sind doch nur ein paar rote Linien, oder nicht? Klar, sie werden verheilen, doch es werden auch Narben zurückbleiben. Hässliche Narben, die man nicht einfach so verstecken kann. Wenn man diesen Geist nicht aus seinem Kopf, seinem Verstand bekommt, wird er dafür sorgen, dass es immer weitergeht. Er wird einen dazu bringen sich Stück für Stück zu zerstören. Er zeigt dir, dass er dich beherrscht und er wird dich bis an deine Grenzen führen. Erst entstellt er deinen gesamten Körper, die Haut und die Organe, dann vernichtet er deine Seele und zum Schluss dein ganzes Ich, bis schließlich zu deinem Tod.

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