Dienstag, 30. April 2013

"Borderline", sagst du, senkst den Kopf zu Boden und schweigst laut. Du klingst wie ein Doktor, der einem irgendeine lebensgefährliche Krankheit diagnostiziert. Pest, Krebs, ..
- Vielleicht ist es ja wirklich tödlich. Borderline, hmm. Ich habe schon lange nicht mehr an dieses Wort gedacht und jetzt auf einmal konfrontiert es mich so. Ich öffne ein neues Fenster, gehe auf die Seite von Wikipedia, tippe "Borderline" ein. Ich scrolle herunter zur Klassifizierung, lese mir alles durch. Alle Symptome und Anzeichen. Meine Augen füllen sich mit Tränen, als ich begreife, das fast alles davon auf mich zutrifft. Ich kann es nicht wahrhaben, schließe die Seite sofort wieder. Ich wollte immer, dass wir etwas gemeinsam haben, doch ich hätte nicht gedacht, dass es das wäre. Dass uns eine Krankheit verbindet. Wie zwei Kranke, die sich ein Zimmer im Krankenhaus teilen müssen. Jeder von uns besitzt sein eigenes Bett, doch uns haben sie zusammen in ein Zimmer gesperrt, dass wir die anderen ja nicht anstecken mit unserer "tödlichen" Krankheit. Wir sind anders, wir sind an unserer Grenze, an unserer eigenen "Borderline".

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