Jede Sekunde rinnt mehr Zeit durch meine Finger. In jeder Sekunde scheint sie schneller zu vergehen und ich komme immer immer näher, dich zu verlieren. Wieso finde ich nicht die richtigen Worte, wenn es darauf ankommt? Wieso muss mein Gehirn so verrückt spielen und alles durcheinander schmeißen, als müsste es ganz eilig aufräumen oder etwas suchen, das es schon vor langer Zeit unter dem Haufen der anderen Gedanken verloren hat? Ich würde dir das alles gerne so sagen oder dir den Film zeigen, wie er sich in meinem Kopf abspielt, was ich höre, wie ich mit mir selbst rede. Vielleicht würdest du dann begreifen, was und wie ich denke. Nicht nur über mich, auch über dich, über das Leben. Jetzt sind schon wieder viel zu viele Sekunden vergangen und mir tut alles weh. Mein Hals ist trocken und doch feucht genug, um einen Frosch zu beherbergen. Meine Beine zittern, wippen auf und ab. Meine Hände sind kaum noch zu kontrollieren, sie gleiten über die Tastatur und ich muss jeden einzelnen Fehler ausbessern. Meine Augen sind nass, Ozeane könnten sich darin bilden, in Wasserfälle könnten sie sich verwandeln. Auf meiner Wange ist ein Wasserfall bereits zu einem kleinen See ausgetrocknet und hat aufgehört zu fließen. Das Überbleibsel einer Träne. Ich wollte das salzige Wasser schon immer einmal auffangen und bewundern, doch ich will nicht mehr weinen. Ich will stark sein, wie ich es vorher immer war. Ich will weiter um dich kämpfen und für dich da sein, mir den Kopf zerbrechen, wenn du Ratschläge brauchst oder richtig von Herzen lachen, wenn etwas Lustiges zwischen uns steht und uns unterhält, als wäre es ein Theaterstück, das uns beiden gefällt. Und nicht über etwas aus Schmerz weinen, das zwischen uns steht und uns zu zerstören vermag. Die Zeit ist nicht aufzuhalten, das Vergessen noch weniger, auch wenn ich es nicht glauben kann und schon gar nicht will, aber bevor ich dich vergesse und du mich, lass uns wenigstens die Zeit davor so gut nutzen wie möglich.
- Stefan -
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