Montag, 14. April 2014

Die Sache mit den Komplimenten

"Du hast einen tollen Charakter"
"Du bist sicherlich wunderschön"
"So jung und doch so hübsch"
"Ich finde dich attraktiv"
"Du bist mir wichtig"

Es gibt immer Dinge, die einen runterziehen, die einen nachdenklich und traurig machen. Zum Beispiel Komplimente. Ich weiß nicht einmal, warum sie mich so traurig machen, aber jedes Mal, wenn ich Komplimente bekomme, dann wird mir automatisch kälter, in mir zieht sich alles zusammen und irgendwie wird eine unsichtbare, hohe Mauer um mich herum aufgebaut. Dabei sollte Komplimente gerade das Gegenteil bewirken. Die Menschen meinen es doch nur gut und möchten, dass ich mich gut fühle, oder nicht? Doch anstatt, dass es mir besser geht, dass ich lächle oder dass ich den Personen glaube, fühle mich hingegen noch schlechter, hässlicher und einsamer als vorher und weine oder werde vielleicht sogar wütend. Wieso erzählen sie mir Lügen? Wieso glaube ich den Menschen, die ich liebe und die mir wichtig sind, alles, außer die Komplimente und Geständnisse, die sie mir machen? Was mache ich falsch? Oder bin ich vielleicht falsch? Ich wünsche mir ja Komplimente, aber sobald sie zu extrem oder zu viele werden, reagiere ich sofort falsch und aus lauter Angst ziehe ich mich zurück. Doch vor was habe ich dann Angst? Davor, dass es nicht ernst gemeint sein könnte, damit ich danach nicht zu sehr verletzt bin? Oder kann ich es einfach nicht glauben, weil ich mich selbst nicht für wertvoll halte? - Doch eine Antwort auf die vielen Fragen bekomme ich nie.

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1 Kommentar:

  1. Das kenne ich von mir selbst auch... Wir können keine Komplimente annehmen, weil wir nicht glauben können, dass sie ernst gemeint sind, dass nicht doch eine Lüge dahinter steckt. Denn warum sollte schon jemand wirklich denken, dass man toll, schön oder sonst irgendetwas ist? Aber das ist eigentlich völlig falsch. Ich denke, die Menschen meinen es in dem Moment wirklich ernst. Nur können wir es einfach nicht annehmen, weil wir nur mit den schlechten Sachen umgehen können, daran sind wir schließlich gewöhnt, hm?

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