Samstag, 8. Februar 2014
Ich stehe an der Kasse, warte bis wir endlich bezahlen können. Piep. Piep. Piep. Das Geräusch der Kasse quält meine Ohren. Es ist wie ein stetiger Sekundenzeiger in mir, bloß ohne Regelmäßigkeit. Manchmal mit langen Abständen dazwischen, manchmal sind es nur Sekundenbruchteile. Ich stütze mich am Einkaufswagen ab, mein Rücken schmerzt, meine Füße spüre ich schon lange nicht mehr. Ich erinnere mich an das Gespräch in der Bahn zurück. Wir sitzen nebeneinander, schauen uns an. Er erzählt mir irgendetwas, aber ich schalte einfach ab, denn meine Kraft ist begrenzt. Ich ringe mich ab und zu zu einem Lächeln, was jedoch nicht wirklich von Herzen kommt. Ich schaue ihm in die Augen, doch ich würde lieber einfach die ganze Spannung von meinem Körper abfallen lassen, die Augen schließen und nichts tun. Nichts fühlen. Er lacht ein zweites Mal. Lächeln! Meine Mundwinkel sind so schwer, verkrampfen sich. Seine vollen Augenbrauen ziehen sich kritisch zusammen. "Alles okay?", fragt er vorsichtig, als würde er seine Hände auf gegen hauchdünnes Glas legen. Doch er berührt mich zum Glück nicht. Ich nicke schnell und antworte mit einer Stimme, die von Lügen nur so überquillt: "Ja, ich .. ich bin nur müde". Lächeln! Und es klappt irgendwie. Wie leicht man die Leute doch täuschen kann. Und wenn ich jetzt daran denke, muss ich wirklich ein bisschen Schmunzeln. Piep! Piep! Piep! Die Kasse zieht mich aus meinen Gedanken. Die Reihe vor mir ist kürzer geworden. Ich richte mich langsam auf, merke wie mir alles wehtut. Ich glaube so etwas nennt man Gliederschmerzen. - Oder vielleicht einfach auch nur Traurigkeit. Ich spüre, wie meine Knie leicht anfangen zu Zittern, wie es sich in meinem Kopf langsam anfängt zu drehen. Ich klammere mich fest, aber es hört nicht auf. Ich habe das Gefühl, als würde ich gleich zusammenbreche. Ich sage ihr Bescheid, verschwinde schnell nach draußen. Ich versuche ruhig die eiskalte Luft einzuatmen, wobei ich mich eher verschlucke, anstatt mich zu beruhigen. Zwei Mentos wandern in meinen Mund. Ganz ruhig, sage ich mir, ganz ruhig. Doch mein schneller Puls will nicht meinen Kopf verlassen. Ich glaube so etwas nennt man Kreislaufproblem? - Oder doch eher Selbstzweifel und Depression.
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