Freitag, 1. November 2013


Also heute muss ich ein Thema ansprechen, was mir in letzter Zeit echt zu Denken gibt. Und zwar Familientreffen, Familienfeiern, wie man es auch nennen will. Ich hasse das. Nicht, dass ich meine Familie hasse, aber wie sie sich verhalten und wie die allgemeine Atmosphäre im Raum ist. Bei meiner Familie ist es so, dass es ziemlich verschiedene Typen gibt. Die einen sind sehr streng, die anderen lachen die ganze Zeit und wieder andere sagen gar nichts. Letztens war ich meine Großtante und meinen Großonkel besuchen. Schon als wir zu ihnen hereingekommen sind, habe ich gemerkt, dass ich ein wirklich unechtes Lächeln aufgesetzt habe. Ich habe mich nicht wohlgefühlt und ich dachte, dass jeder Schritt, jede Tätigkeit von mir beobachtet wird. Wenn ich an früher zurückdenke, habe ich mir alles geleistet. Ich war auch mal frech, habe oft mit meinem Großonkel Quatsch gemacht, obwohl er damals schon nicht der Jüngste war. Doch ich nahm keine Rücksicht und letztendlich werden die Benehmen, das Können, das eigene Auftreten erst ernst genommen, wenn man kein kleines Kind mehr ist. Als Kind sieht man das alles als selbstverständlich an, dabei ist es das nicht. Für die Kinder muss man immer ein gutes Wort einlegen, man muss sie loben, obwohl man es vielleicht gar nicht so meint. Aber man tut es, weil man die Kinder vor der schmerzhaften Realität bewahren will. Ich bin aber kein richtiges Kind mehr. Immer nett sein, immer lächeln. Lass dir nichts anmerken, dachte ich die ganze Zeit. Dabei habe ich nicht einmal viel gesagt. Das ist aber immer so. Ich bin einfach kein großer Redner. Meistens sitze ich einfach da, lausche dem Gespräch im Hintergrund und denke nach, wie heute bei meiner Oma, als meine Tanten, meine Cousine und mein Cousin da waren. Ich beobachte die Anderen, wie sie sich verhalten, wie es ihnen wohl gerade geht, usw. Wenn ich etwas gefragt werde, antworte ich vorsichtig, aber in meinem Kopf habe ich mir die ganzen Wörter und Sätze schon zurechtgelegt. Heute war das erste Mal, dass meine Mutter das bemerkt hat. Sie hat mich mindestens 5 mal gefragt, warum ich kaum was gesagt habe. Und in diesem Moment, habe ich bemerkt, wie ich mich in den Jahren verändert habe. Im Gegensatz zu früher bin ich nicht mehr frech oder laut, sondern leise und schüchtern. Ich bin nicht mehr so schnell begeistert von Dingen, lache nicht gleich bei lustigen Sachen. Ich denke an Sachen, die mir früher nicht einmal in den Sinn gekommen sind. Schon die kleinsten Dinge machen mich müde, träge. Ich bin nicht mehr die, die ich einmal war und ich weiß nicht, welches von beiden, mein besseres Ich ist.

4 Kommentare:

  1. ich kenn das mit der familie sehr gut. irgendwann verändert man sein verhalten gegenüber der familie einfach, was ich aber auch als etwas ganz normales ansehe.
    danke für die inspiration! vielleicht schreibe ich auch mal ein post darüber <3

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  2. auf bloglovin sind alle blogs vorhanden, egal ob der blogbesitzer sich dort angemeldet hat, oder nicht :)

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  3. Es ist erschreckend, wie schnell sich menschen ändern können. auch ich war vor einem jahr ganz anders. aber wie du schon gesagt hast " ich weiß nicht, welches von beiden, mein besseres Ich ist." .
    diese zitate passen grade so gut , vielleicht 'helfen' sie dir bzw lassen dich anders darüber denken

    Du darfst nur nie vergessen, auch wenn sich die Dinge um dich herum verändern, tief im Inneren bliebst du immer der Selbe. (Scrubs)

    Aber verändern heißt nicht unbedingt verschlechtern. Es heißt nur verändern. (Scrubs)

    liebe ♥

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  4. Deine Worte schweben die ganze Zeit in meinem Kopf herum.

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