Dienstag, 1. Oktober 2013

Es war einmal ein Mädchen...Dieses Mädchen lebte in ihrer eignen kleinen Welt. Sie war verloren in ihren Gedanken, die sich wie unendlich viele Treppen vor ihr herschlängelten. Sie irrte durch die Wälder, auf der Suche nach Leben, nach Wärme, nach Liebe. Doch sie war allein und einsam. Sie hatte nicht viel zu Essen, nur wenig Kleidung, selbst im Winter. Doch sie verlor ihren Mut und ihre Hoffnung nicht, auch wenn sie oft davor war aufzugeben. Sie legte sich in den puren Schnee, vergrub das Gesicht in ihm, um überhaupt noch etwas zu fühlen. Doch eines Tages, nachdem sie sich endlich wieder aufgerafft hatte und schleppend vorangekommen war, kam sie in ein einsames Dorf. Dieses Dorf bestand nur aus einem kleinen Häuschen aus dessen Schornstein Rauch aufstieg. Auch wenn es nicht viel war, das Mädchen wusste sofort, dass sich alles gelohnt hatte. All die Schmerzen, all die Schritte hierher. Und dann klopfte sie mit ihren blasen Knöcheln, die schon halb zugefroren waren, an der Tür und als diese sich öffnete, sah sie ihr Spiegelbild. Ein anderes Mädchen stand vor ihr, mit eisblauen Augen, sah sie an. Dieses andere Mädchen hob die Hand und wollte nach ihrer Hand greifen, doch sie zuckte zurück. Zu groß war ihre Angst, dass sie wieder verletzt wurde, obwohl sie noch nie jemanden hübsches gesehen hatte. Und auch, obwohl ihre Angst zu groß war und sie schon vor langer Zeit angefangen hatte sie aufzufressen, fingen sie an sich zu vertrauen, denn es fühlte sich richtig an. Sie nahm die Hand des anderen Mädchen, die sie in das kleine Häuschen führte. Drinnen brannte ein Kamin, der nur mit der Wärme des Herzens des Mädchen brannte. Diese gab ihr Essen, gab ihr warme Kleidung, doch das war nicht wichtig für das Mädchen. Das Wichtigste für sie war die Liebe. Und dieses Mädchen gab sie ihr. Sie nahm ihre Hand und zusammen liefen sie die endlosen Stufen hinauf. Dieses Mal war es nicht der Schnee, indem sie ihr Gesicht vergrub, sondern die Schultern des anderen Mädchens. Sie trocknete ihre Tränen und nicht die Sonne. Und das kleine, ängstliche Mädchen wusste, sie war angekommen. Sie hatte alles gefunden, nur in diesem Mädchen, das ihr so ähnelte und doch ganz und gar anders war als sie.

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