Montag, 12. August 2013

Hier bin ich wieder. Zurück in meinem schönen kuscheligen Zuhause, nachdem ich, um das richtig auszudrücken, das Wochenende im Nirgendwo verbracht habe. Ich wohne ja selbst nicht direkt in der Stadt, also in einem Dörfchen, aber dort wo ich war, war wirklich überhaupt nichts. Es war kaum Verkehr, sodass man mitten auf der Straße laufen konnte. Die Menschen dort waren sofort herzlich und nett. Und das wichtigste für mich: Es war totenstill. Ob morgens in der Frühe oder abends, man hörte eigentlich nur die Vögel zwitschern und sonst nichts. Nichts! Ab und zu fuhr mal ein Traktor vorbei, aber sonst .. einfach nichts. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich von dem Wochenende halten soll. Einerseits war es einfach nur entspannend. Ich musste nichts tun, ich war zu nichts verpflichtet und ich konnte ein paar Tage von der ganzen Zivilisation abschalten. 
Eins habe ich jedoch in den letzten Tagen begriffen. Die Dinge in meinem Kopf zu verdrängen nützt mir nichts. Ich muss mich mit ihnen auseinandersetzen und eine Lösung finden. Ich muss mit jemandem darüber reden und sie beseitigen. Nur so werde ich sie irgendwann los. Und ich, ich werde es irgendwie versuchen. Ich brauche nur Hilfe dabei.

"Wieso bist du so fett geworden?", runzelt sich ihre Stirn. Sofort nachdem sie es gesagt hat, spüre ich einen tiefen Stich in meiner Brust. Wie kann sie nur so etwas zu mir sagen? Es tut schrecklich weh diese Worte in meinen Ohren zu hören. Wie kann sie so etwas nur aussprechen? Ich bin schockiert und möchte am liebsten wegrennen. Oder eine Schere nehmen und mir das ganze Fett vom Körper schneiden, als wäre ich ein Stück Fleisch, das zubereitet wird. Ich will dünn sein. Ich muss es einfach sein. Ich muss.




Und ehrlich gesagt, wünsche ich mir, dass ich bei dir bin und in deinen Armen liege. Ich wünsche mir, dass unsere Hände sich aneinanderschmiegen, du mich sanft zudeckst, meinen Kopf zärtlich streichelst, so zärtlich wie du mit allem umgehst. Als wäre ich so zerbrechlich wie Glas. Ich wünschte, du würdest mich wärmen, mir Geschichten aus deinem Leben erzählen, aber auch meinen Geschichten lauschen. Wir würden uns aneinanderkuscheln, als hätten wir nie etwas anderes gemacht. Ich wünschte, die Stille würde für uns reden, würde uns die Worte abnehmen und wir würden uns gemächlich näherkommen und uns irgendwann liebevoll küssen und uns darin verlieren.

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