Sonntag, 14. Juli 2013
Wir lassen den Wald hinter uns und mit ihm die Dunkelheit. Der Himmel ist klar und durch das heruntergekurbelte Fenster strömt frische Luft ins Auto. Die Straße schlängelt sich vor uns her und in der Ferne blinken die Warnleuchten eines Autos auf. Von weit weg scheint es nicht einmal etwas Ernstes zu sein, bis wir schließlich an ihm vorbei fahren. Sie kurbelt mit dem Lenkrad, weicht aus auf die falsche Spur. Mein Blick schweift zum Fenster und da sehe ich es. Auf dem Boden hat sich bereits eine kleine Blutlache gebildet. Das Blut ist nicht sehr dunkel, eher auffallend rot, als würde es leuchten. Und mitten in ihr das kleine Reh. Es holt aus, schlägt mit seinen Beinen aus, boxt in die Luft, um wieder aufzustehen, aber es schafft es nicht. Es sind gerade mal ein paar Sekunden, in denen wir vorbeifahren und ich aus dem Fenster schaue, aber es kommt mir vor wie Minuten oder sogar Stunden. Der Anblick ist erschreckend, die Polizei schon informiert. Das Reh strampelt immer noch hilflos umher, steht zwischen Leben und Tod. Was geht wohl durch seinen Kopf? Es liegt immer noch da, als wir weiterfahren. Leben und Kämpfen oder doch Aufgeben und Sterben?, fragt es sich bestimmt.
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