Montag, 27. Mai 2013
Ich nehme die Milch, stelle sie lieblos in den Kühlschrank. Ich will mit der Butter weitermachen, aber ich werde von ihr unterbrochen: "Du kannst das nicht". Sie drängt mich von meinem Platz weg, macht es diesmal selber. "Jaja, wie immer", beschwere ich mich, drehe mich weg. Ich werfe meiner Cousine, die unbeholfen da steht, einen Blick zu, wende ihn aber sofort wieder ab, als ich merke, dass sie sich nicht einmal dafür interessiert, sondern nur für ihr Handy. Ihre Finger fahren über den Touchscreen, tippen darauf. "Bei uns geht es oft so zu", meldet sie sich wieder vom Kühlschrank aus, versucht meine Cousine anzusprechen und konzentriert sich jetzt auf etwas anderes. Es klingt wie als wären wir hier im Irrenhaus, oder nicht? "Du stehst mir schon wieder im Weg. Du nervst!", nörgelt sie herum und ich bemerke, wie ein kleines Lächeln über ihren Mund huscht, als würde es ihr sogar Spaß machen mich rumzukommandieren. Ich wende mich erneut ab, fühle mich wie der schlechteste Mensch, aber versuche nicht wütend zu werden und dafür zu lächeln. "Aber das ist alles nicht ernst gemeint", sagt sie. Wenn ich mein Gesicht im Spiegel betrachten würde, würde ich sehen wie mein Lächeln auf einmal vergeht und es runterrutscht bis zum Boden. Ist das ihr Ernst? Dass ich nicht lache.
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