Ich möchte gar nicht hinsehen. Ich habe Angst, mein Magen krampft sich schmerzhaft zusammen, sodass es mir vorkommt, als würde sich mein Frühstück ein zweites Mal vor mir servieren. Ich bevorzuge lieber den Gedanken, in dem ich gegen ihn schlage, bis er in tausende kleine Stücke zerbricht, die am Boden verteilt liegen und mich anfunkeln, wie eine Horde Sterne. Ein knapper Blick mit zu viel Selbstbewusstsein wagt sich an der Wand hochzuklettern, bis er auf der glatten Fläche des Spiegels wieder nach unten schlittert. Ich wage es nicht noch einmal, ich habe genug gesehen. Genug leere Augen, tiefe Augenringe, genügend Trauer, genug rosarote Welt und Regenbögen. Ich suche ein Loch in der Wand, durch das ich von hier weggelange, durch das ich abhauen kann. Oder ein geheimer Gang, der unterhalb der Erde entlang führt. Ich klopfe gegen den Putz, versuche einen Hohlraum zu finden. Erst als ich nichts finde, bemerke ich wie paranoid ich bin. Sie könnten mich in die Klapse stecken, mir Spritzen geben, damit ich mich endlich beruhige. Vielleicht wäre ich da ganz gut aufgehoben.. Wie eine Maschine schlage ich gegen die Wand, sinke zusammen, bis es nicht mehr tiefer geht. Ich fühle mich wie ein Laptop, der einfach zugeklappt wird und sich automatisch auf Standby stellt. Wie eine Tür, die mit voller Wucht zugeschlagen wird. Es tut mehr weh denn je und niemand interessiert es.
"Hilfe", schreit meine Seele, doch wird nicht erhört. "Hilfe!"
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