Donnerstag, 16. Mai 2013
"Entweder du hast schlechte Laune und benimmst dich dann so beschissen, dass die anderen dann auch miese Laune haben", versucht er mir mit Händen und Füßen zu erklären, wie ein Mathematiker einem Kleinkind. "Oder was?", möchte ich ihn am liebsten anschreien, doch lasse es dann letztendlich. "Du verstehst nichts, ok? Andere Leute haben schlimmere Probleme. Vergiss es einfach", will ich extra ausdrucksvoll und energisch sagen, dass er vielleicht denkt ich meine mich selbst, doch es kommt eher in kleinen Brocken aus meinem Mund. Erwische ich mich da etwa bei einem Hilferuf? Naja, er bemerkt sowieso nichts. Ich wende den Blick von seinem pickeligem Gesicht ab, lasse mein perfekt riechendes Buch auf den Tisch und mich genauso schlapp auf den Stuhl fallen. Ich sehe zu ihm und seine Absicht scheint zu wirken, ich muss über seine Worte nachdenken. Vielleicht hat er Recht, vielleicht bin ich wirklich unausstehlich. Und da kommt der andere. "Ich hasse dich", grinst er, dass ich seine Zähne sehen kann und geht an mir vorbei. Ich weiß, dass er es nicht ernst meint, doch es tut trotzdem weh. "Danke .. ", flüstere ich, worauf er erwidert: "Bitte", und mir beim Vorübergehen dreimal sanft auf den Rücken klopft, als wollte er sagen ich soll mich wieder beruhigen, es ist ja nicht so schlimm. Doch es ist schlimm, schlimmer als alles andere. Ich muss wieder an dich denken, ich soll nicht rumheulen. Mein schwerer Kopf fällt auf den Tisch, ich schließe die Augen, alles dreht sich. Ich sage kein einziges Wort mehr..
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