Sonntag, 14. April 2013

Es steckt mir in der Kehle, lässt sich nicht bewegen. Meine Hand fährt über meinen Hals, über meine Schulter. Ich spüre die steinharten Schlüsselbeinknochen, die leicht herausragen. Ich schlucke, doch nichts löst sich. Noch einmal, aber es will nicht. Es fühlt sich an, als würde ein enges Seil um meinen Hals liegen, als wäre es das Einzige, was mich noch in der Luft schweben lässt. Etwas Kühles läuft an meiner rechten Wange herunter. Erst als ich darüberstreiche, bemerke ich, dass es nass ist. Doch sofort wische ich die eisige, glänzende Schönheit komplett weg. Ich will dieses Gefühl abschütteln, will vor Freiheit schreien. Doch diese Angst bindet sich an meine Nerven, an meine Knochen, an meine Gedanken. Sie saugt alles aus mir heraus, jegliche Wärme und jegliches Leben, stößt mich in ein schwarzes Loch. Ich falle. Es braucht nicht viel. Sehe ich nur jemanden, der ihm ähnelt. Höre ich nur seinen Namen. Nur einen Buchstaben davon. Dann werde ich wieder am Seil nach oben gezogen, sehe erneut Licht. Doch lässt es wieder nach, falle ich. Falle erneut in die Dunkelheit, mit der Angst, ihn nie wieder sehen zu können.

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