Dienstag, 12. März 2013

Er wedelt nervös mit der Pistole herum. Es scheint, als hätte er sich nicht mehr unter Kontrolle, doch seine Hand umklammert fester den Griff, sodass sie ihm ja nicht aus der Hand fällt. Ich stehe kerzengerade da, gebe keinen Laut von mir und es scheint als würde ich nicht einmal mehr atmen, was mir jedoch aus irgendeinem Grund nichts ausmacht. Die Anderen neben mir sind genauso festgeklebt am Boden. "Los, zieht eure T-Shirts aus!", schreit er uns wütend an. Niemand rührt sich vom Fleck. Niemand macht Anstalten sein T-Shirt auszuziehen. "Ich habe gesagt ausziehen!". Er schießt knapp neben meinem Fuß vorbei, ich zucke zusammen und ich glaube durch seine Aggressivität löst sich mein T-Shirt von ganz alleine von meinem Körper. Meine Augen fixieren ihn scharf an, wie als wäre ich ein Scharfschütze. "Was guckst du so, hä?", zickt er mich an und kommt einen Schritt auf mich zu. Ich bewege mich nicht, keinen Millimeter. "Willst du Ärger? Willst du das?", er wird immer lauter und atmet mich schwer an. Er riecht nach Zigaretten und Schnaps. Ich beiße auf meine Lippe, halte meinen Blick streng gerade aus. Ich darf ihm nicht nachgeben, denn genau das will er. Ich darf nicht schwach sein. Ich sehe wie hinter ihm 2 Männer auftauchen, ihn lieblos packen und festnehmen. Doch ich bekomme immer noch kein einziges Wort heraus und fasse mich erst Minuten später am Boden wieder. Seine Pistole liegt neben mir. Ich starre in die Leere, in das Nichts. Und doch schaue ich ganz still und heimlich ihm nach, wie er sich langsam im Nebel auflöst, ohne mich noch ein einziges Mal zu beachten.

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