Mittwoch, 20. Februar 2013

Ihre Augen wirken müde, drohen fast zuzufallen, als hätte sie tagelang keine einzige Sekunde Schlaf bekommen. Ihre fast platinblonden Haare sind unordentlich, als hätte ein Wirbelsturm sie verschlungen und danach wieder ausgespuckt. Sie sind strohig und wurden schon lange nicht mehr gewaschen. Sie trägt eine alte Jeans, die ihr fast zu kurz ist, ein T-Shirt, das ungefähr drei Größen zu groß für sie ist, ihre Kette, die sie anscheinend nie auszieht. Ihre Kontaktlinsen hat sie vergessen. Er steht neben ihr, hat seinen Arm behutsam um sie gelegt. Er hingegen sieht richtig wach und ausgeschlafen aus. Seine Haare sind frisch gewaschen und sein After Shave, dass sich bis zu mir hin geschlichen hat, riecht frisch und neu. Seine andere Hand steckt in seiner Hose, seine Boxershorts ragt ein bisschen heraus. Sie ist schneeweiß, wenn nicht noch weißer. Er drückt sie sanft an sich, als sie sich gesetzt haben, gibt ihr einen Kuss auf die Stirn. Unglaublich, dass sie sich so unterscheiden und gleichzeitig doch so vervollständigen. Sie sehen sich gegenseitig in die Augen, ein kurzes Lächeln und schon erlauben sie sich einen Kuss. Einen kleinen, nicht bedeutsamen Kuss, der jedoch alles verändern kann. Sag mir, ist das Liebe?

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