Samstag, 12. Januar 2013

Wie geht es dir wohl, so weit weg? Ich stehe vor dem eintönig grauen Grabstein, gehe durch die Zeilen, die dort eingraviert sind, murmle leise die Worte vor mir her und mit ihnen, deinen Namen. Es ist ein modernes und doch einfaches Grab, mit einer großen Bedeutung. Genau wie du. Hätte ich gewusst, wie es damals schlagartig enden würde, hätte ich alles daran gesetzt es zu ändern, hätten wir beide. Glaub mir. Der Schnee rieselt schon seit heute früh vom Himmel herab auf dein Grab. Es sieht aus wie mit Puderzucker geziert. Ich kann mir nicht vorstellen, dass du hier liegen sollst. Vor mir und zwei Meter unter mir. Siehst du mich, hilflos stehend vor deinem Grab? Ob du meine Anwesenheit wohl spürst? Freust du dich, dass ich da bin, dir Gesellschaft leiste? Ich nehme noch einen letzten Atemzug, der eiskalten Luft, lege die Blumen ab und drehe mich um. Ich wünschte du wärst hier. - Ich bin da, antwortest du mir, ohne ein Wort zu sagen, ich war nie weg. 


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